Kunstausstellung Emil Schumacher

EMIL SCHUMACHER

...all das befriedigen, was Realität nicht vermag.


vom 24. Juni bis 24. Juli 2004

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Emil Schumacher
(Zitate aus: Aphorismen. Ein Buch mit sieben Siegeln, Heidelberg 1972 )

Form

„Alles, was ist, hat die ihm gemäße Form oder ist bestrebt, Form anzunehmen: die Inselbildungen nach der Überschwemmung, die Schneereste nach der Schmelze. Die Schlacke nach dem Brand. Die Form, die das Leben zur Voraussetzung hat, die Form – die das Leben enthält – ist ‚formlos’ und doch Form.“


Farbe

„Es genügt nicht zu sagen: diese Farbe ist rot, diese Farbe ist auch roter Stoff, greifbarer, tastbarer Stoff. Es gilt, ihre Gefügigkeit zu überwinden. Nur dann nimmt sie Charakter an

Emil Schumacher

Linie

„’Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist die Gerade’, sagt die Geometrie. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten innerhalb des Bildes kann die gekrümmte, die verschlungene, sogar die unterbrochene Linie sein. Denn das Maß des Bildes ist die Kraft, die den Weg der Linie diktiert.“


Raum

„Raumtiefe: nicht nur Tiefendimension des Bildes, sondern greifbare, tastbare Nähe, der Bildraum schließt sich nach hinten, drängt nach vorn. Raumweite: Linie, die den Raum beschreibt, Bögen, die ihn umspannen, Konturen, die ihn begrenzen. Begrenzter, endlicher, messbarer – und doch nicht nachmeßbarer - Raum.“

Emil Schumacher

Materie

„Bildmaterial und Bildmaterie: das eine steht am Anfang, das andere am Ende. Das Material bedeutet Inspiration und Widerstand zugleich. Aus dem Wesen, aber auch am Widerstand des Materials formt sich das Bild. Der Charakter des Bildes kann nicht nur der seiner Materialien sein.


Zerstörung

„Die äußerste Form, Widerstand zu brechen, ist die Zerstörung: ein primitiver Gestus der Verzweiflung und der Lust. Die Antwort heißt nicht heilen, sondern bannen, nicht wiederherstellen, sondern den Zerstörungsakt dem Bilde einverleiben – als Ausdruck und als Form.

Emil Schumacher

Natur

„Jedenfalls der Erde näher als den Sternen. So kommt der Gedanke an Landschaft auf: Oben und Unten, die Linie des Horzionts. Landschaften sind es nicht; aber wie könnte ich mich der Natur entziehen?“